Analoge Fotografie

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Analoge Fotografie, Sinn oder Schwachsinn?

Im digitalen Zeitalter ist das eine berechtigte Frage. Bis zur Jahrtausendwende hat der Durchschnitts-Deutsche 100 Fotos im Jahr entwickeln lassen. Heute wo Täglich schon 300 Millionen Fotos am Tag auf Facebook hochgeladen werden, sieht das etwas anders aus. Man muss nicht mehr überlegen, man hat Speicherplatz ohne Ende - Cloud sei dank. Wenn ich aus dem Urlaub wieder komme, ist es nicht selten das ich 2000-3000 Fotos mit nach Hause bringe, aber wie viel ist davon doppelt, unbrauchbar oder uninteressant? Viel. Überlegtes Fotografieren hätte mir nach dem letzten Urlaub einiges an Zeit und Nerven gespart. Aber ist analoges Fotografieren noch Zeitgemäß?

In der letzten Zeit habe ich mich ein bisschen mehr mit dem Thema beschäftigt. Eine neue Kamera musste natürlich auch her, es ist die Canon AE1 Program geworden. Die AE1 Programm ist einer der ersten Kameras mit einem Automatik-Modus und so mit eine gute Einstiegskamera. Nun brauchte ich noch einen Film, nach langer Recherche bin ich auf den Schwarz-Weiß-Film Ilfort HP5 gekommen. Der ist relativ Lichtstark und verzeiht einem auch mal den ein oder anderen Fehler. Der Anblick von Filmen im Kühlschrank erinnerte mich irgendwie an meine Kindheit, denn selbst meine Mutter benutze die Eierablage im Kühlschrank nur für Filme.

Mit einem alten belichteten Film habe ich mich mit den Funktionen der Canon vertraut gemacht, um nachher keine bösen Überraschungen erleben zu müssen. Als der Ilfort endlich in der Kamera war, habe ich sie überall mit hingenommen und immer gehofft ein gutes Motiv vor die Linse zu bekommen. Denn man hat ja nur 36 Bilder, also nicht einfach drauf losknippsen, man muss sich Gedanken machen, man muss sich mit dem Motiv beschäftigen, man kontrolliert drei mal ob alles Stimmt - Bildausschnitt? - Schärfe? - Einstellungen?. Und das ist das, was so viel Spaß am analogen Fotografieren macht, man knipst nicht einfach drauf los, es entschleunigt man lernt das Bild mehr schätzen.

Gute sechs Wochen später war der Film dann voll. Also ab zum heimischen Fotoladen um die Ecke und Film abgeben. Diese schicken den Film auch einfach nur weg, war mir aber lieber als DM, Rossmann und co. Die Woche da drauf besuchte ich den Laden nahezu Täglich um zu gucken ob die Bilder endlich da waren. Vier Besuche später war es dann auch soweit, die Spannung stieg, denn ich wusste ja überhaupt nicht ob die Kamera überhaupt brauchbare Bilder macht, denn Kameras in dem alter können auch schonmal nicht ganz lichtdicht sein. Und zum Glück hat alles geklappt, der Großteil der Bilder sind was geworden. Der Stil der Bilder gefällt mir sehr gut und das ohne noch in Lightroom Hand anlegen zu müssen.

Fazit: Sowohl die digitale- als auch die analoge Fotografie haben ihre Vorzüge. Ich würde natürlich meine digitale Kamera nicht mehr aus den Händen geben, gerade auf großen Reisen ist sie qualitativ und preislich klar im Vorteil. Die AE1 werde ich jetzt aber auch häufiger nutzen, gerade für Sachen zwischendurch und in Alltagssituationen. Ich kann mir auch gut vorstellen auf einem Kurztrip komplett analog zu fotografieren. Es macht einfach auch mal Spaß nicht drauf los zu fotografieren und sich die Zeit für ein Bild zu nehmen. Bei den Bildern ist letztendlich kaum Ausschuss bei, da man penibel seine Bilder einteilt. Ich kann also jedem empfehlen dies auch einmal auszuprobieren.

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